Friedensschule Münster
Umbau und Sanierung

Das neue Atrium schafft nicht nur helle Aufenthaltsflächen im EG, sondern ebenfalls neue Außen­bereiche an den Pausenflächen im 1. Obergeschoss. Nicht nur hier, sondern auch die Erschließungs­flure zu den Klassen erhalten am Ende großformatige bodentiefe Fenster mit Ausblick.

Projektinfos

Die Friedensschule ist eine 6-zügige Gesamtschule mit ca. 1.500 Schülern in der in Trägerschaft der kath. Kirche am Rande der Innenstadt von Münster. Das Gebäude wurde 1972 als erste Ganztagsgesamtschule in NRW errichtet. In der Ursprungs­konzeption war eine Schule „ohne“ Klassenräume – den damaligen Neuorien­tie­run­gen der Lern- und Pädagogikkonzepten folgend- vorgesehen. Die Konstruktion besteht aus einem mehrgeschossigen Beton-Skelettbau mit unterschiedlichen inneren Höhenentwicklungen. Aufbauend auf einem Stützenraster von 7,20 x 7,20 m, wurden Stahlbetonkassetten als unterzugslose Deckenplatten als wesentliches kons­truk­tives und gestalterisches Element verwendet. Die ursprüngliche Fassaden­konstruk­tionen bestand Durisolplatten, die an den Skelettbau angehängt waren. Mängel in der Konstruktion und in der Ausführung führten zu erforderlichen kons­truktiven Nachver­ankerungen unmittelbar nach der Fertigstellung. Auf die Sichtbe­ton­konstruktion wurden bereits Mitte der 1980er Jahre ein rotes Metallkleid vorgehängt um Defizite auszugleichen.

Nach einer Nutzungszeit von rund 45 Jahren zeigten sich weitere erhebliche Instand­setzungsbedarfe sowohl aus Sicht der Gebäudekonstruktion und des Brandschutzes als auch aus den Nutzungsanforderungen des Schulbetriebs. Bei der Beton-Skelett­konstruktion waren es vor allem die akustischen Mängel, die ein ruhiges Lernen nicht mehr ermöglichten.

Unser Büro wurde damit beauftragt, die Schule grundlegend räumlich neu zu ordnen und eine energetische Sanierung des gesamten Gebäudes durchzuführen. Dabei wird die vorhandene Substanz bis auf die Rohbaukonstruktion zurückgebaut, Schad­stoffe werden entfernt, Teilbereiche werden aufgestockt und das gesamte Gebäude wird nach den heutigen Anforderungen an die Konstruktionen und den aktuellen schul­pädagogischen Aspekten neu errichtet. Neben barrierefreien Eingängen ent­stehen lichtdurchflutete Räume, mit einer verbesserten Raumakustik, einer tages­licht-gesteuerten Beleuchtung und einer bedarfsgeführten Lüftungsanlage in denen gesundes Lernen wieder möglich wird.

Im Sommer 2018 startete der erste von voraussichtlich insgesamt sechs Bauab­schnitten zur Fassaden- und Innensanierung. Bei weiterlaufendem Schulbetrieb wurden hier 6 neue Klassenräume auf das bestehende Gebäude aufgestockt. Gleichzeitig erfolgte ein kleiner Eingriff im Bestand, bei dem schon vorhandene Oberlichter, durch weitere Deckenaus­schnitte ein neues Atrium im EG, als ein zentrales Element geschaffen haben. Das neue Atrium schafft nicht nur helle Aufenthaltsflächen im EG, sondern ebenfalls neue Außenbereiche an den Pausen­flächen im 1. Obergeschoss. Nicht nur hier, sondern auch die Erschlie­ßungsflure zu den Klassen erhalten am Ende großformatige bodentiefe Fenster mit Ausblick.

Eine weitere Herausforderung bei Abschnittsweisen Sanierung, ist die Umzug der Klassenräume in den temporär auf dem Schulhof errichteten Ersatzbau. Nur durch enge Zusammenarbeit mit den Nutzer*innen und Planer*innen kann eine Maßnah­me, die auf mehrere Jahre ausgelegt ist gut funktionieren. Im Eingriffsbereich wird der Bestand bis auf den Rohbau zurückgebaut und mit neuer technischer Infrastruk­tur und neuen Innenoberflächen sowie der Sanierung der Fassadenkonstruktionen in einen nachhaltigen Neubauzustand versetzt