Wohnpreisquartier Zentrum Nord

1. Preis

Preisgeld: 15.000 EUR

Erläuterungstext:
Städtebau/Freiraumkonzept
Das Plangebiet befindet sich im Zentrum Nord, einem vorrangig als Verwaltungsstandort geplanten Areal. Das zu beplanende Gebiet ist diagonal zweigeteilt durch die Anton-Bruchhausen Straße. Entlang der Anton-Bruchhausen-Straße werden straßenbegleitend zwei viergeschossige Gebäuderiegel angeordnet, die mehrfach unterbrochen sind. Zwei siebengeschossige Kopfbauten markieren das neue Wohngebiet. Das nördliche Plangebiet wird in Verlängerung der Joseph-König-Straße in zwei Bereiche geteilt.

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So entstehen insgesamt drei Blöcke, die mit Baukörpern überschaubarer Länge gefasst werden. In den Blockinnenbereichen entstehen „Grüne Oasen“ als halb-öffentliche Freibereiche, in die die Kinderspielflächen integriert werden. Es gibt zahlreiche fußläufige Durchwegungen dieser Innenbereiche. Eine breite Allee in Verlängerung der Joseph-König-Straße wird mit Sitzmöbeln- und Spielgeräten als öffentlicher Grünraum gestaltet. Sie führt seitlich auf den vorhanden Platz südlich des „KOMcenters“, der durch die neue Wohnbebauung eine zentrale Bedeutung und eine neue Attraktivität erhält. In den Platz wird ebenfalls ein Spielbereich für Kinder integriert. Am anderen Ende dieser Allee befindet sich im Herzen der gesamten Anlage die Kita. Sie ist bewusst an zentraler Stelle angeordnet, um das neue Quartier zu beleben und um durch ein „öffentliches“ Gebäude eine generationenübergreifende Anlaufstelle zu schaffen. (z. B. Doppelnutzung des Mehrzweckraumes in den Abendstunden, Integration von Senioren bei Vorlesenachmittagen etc.)

Es entsteht ein neues Wohnquartier mit einer für den Ort angemessenen Maßstäblichkeit, welches sich in der heterogenen Umgebung als Wohngebiet mit eigener Identität behaupten kann und qualitativ hochwertige Wohn- und Freiflächen schafft.

Nutzungen
Um die Erschließungsflächen zu minimieren, sind die Wohnhäuser fast alle als Drei- oder Vierspänner geplant. Fast alle Wohnungen sind als „durchgesteckt“ Wohnungstypen konzipiert, in denen man querlüften kann. Lediglich die kleinen Wohnungen sind zu einer Seite ausgerichtet. Die hellen Wohnungen werden durch die großen, bodentiefen Fensterflächen großzügig belichtet. Fast alle Wohnungen haben Bäder mit Tageslicht. Alle Wohnungen haben private Freibereiche in Form von Terrassen mit Gartenanteil, Balkone oder Loggien. Sämtliche Wohnungen sind barrierefrei geplant. Die Gebäude an der Anton-Bruchhausen-Straße haben einen ca. 80cm hohen Sockel, sodass die Wohnungen im EG leicht erhöht und nicht auf Straßenniveau liegen. Es sind insgesamt 366 Wohnungen mit unterschiedlichen Größen geplant, davon sind ca. 220 als geförderte Wohnungen und 146 als frei finanzierte Wohnungen vorgesehen.
Die Wohngebäude sind größtenteils unterkellert. Die Tiefgaragen werden über die Treppenhäuser der Wohngebäude direkt erschlossen.

Die viergruppige Kita ist als zweigeschossiges Gebäude konzipiert. Der Mehrzweckraum liegt im Obergeschoss und ist durch die erhöhte Raumhöhe im Baukörper ablesbar. Die Außenspielfläche ist vom Verkehr abgewandt nach Westen orientiert. Die Stellplätze für den Kitabetrieb befinden sich unmittelbar angrenzend an der vorhandenen Stichstraße.

Ruhender Verkehr
Es sind 6 dezentrale Tiefgaragen mit insgesamt ca. 250 Stellplätzen geplant. Fast alle Garagen sind als Mittelgaragen mit ca. 35 – 50 Stellplätzen geplant. Die Zu- und Abfahrten zu den Garagen erfolgen über öffentliche Straßen an den Rändern des Plangebietes. Hier befinden sich auch drei dezentrale Stellplatzanlagen mit insgesamt ca. 60 Besucherstellpätzen. Die Innenbereiche der Wohngebiete sind vom Autoverkehr frei gehalten. Die Erreichbarkeit von Rettungs- und Feuerwehrfahrzeugen ist über ausreichend breite befahrbare Flächen in den Blockinnenbereichen gewährleistet.

Gestaltung
Als Fassadenmaterial wird für alle Baukörper roter Verblender vorgeschlagen. Um die Kosten zu optimieren wäre es auch vorstellbar, die Fassaden an der Anton-Bruchhausen-Straße mit Ziegel-Verblender auszuführen und die Hoffassaden und die Baukörper in den Innenbereichen zu verputzen.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Verfasser schlagen eine zwar konventionell aber überzeugende und handwerkliche gut durchgearbeitete Lösung vor. Zentrales Identifikationsmerkmal ist eine Nord-Süd-Achse, die sich von der Anton-Bruchausen-Straße wie selbstverständlich im Quartier fortsetzt und in der nördlich gelegenen Freifläche mit Spielplatz ihren Endpunkt findet. Die Diagonalführung der Anton-Bruchausen-Straße wird durch die beiden straßenbegleitenden Zeilenstrukturen unterstrichen und durch zwei Hochpunkte im südlichen und nördlichen Ende zusätzlich betont. Durch die konsequente Anordnung von außenliegenden Erschließungszonen und innenliegenden privaten, sowie halböffentlichen Freiflächen entstehen drei qualitätvolle Wohnquartiere, auch wenn die Gebäudeanordnung im südlichen Quartier kritisch zu hinterfragen ist. Auch die Tiefgaragenzu- und –abfahrten können in ihrer Positionierung noch nicht überzeugen (z. B. westlich der Außenspielfläche Kita). Die in Teilen vorgeschlagene und für die Qualität der Erdgeschosswohnungen sprechende Sockelbildung spricht für eine Tiefgaragenanordnung unterhalb der Gebäude ohne die Freiflächen überdimensional in Anspruch nehmen zu müssen bzw. damit den Versiegelungsgrad so weit wie möglich zu minimieren. Sowohl die vorgeschlagenen Grundrisse als auch die architektonische Durcharbeitung zeigen hohe Qualitätsansätze, auf deren Grundlage weitere Optimierung unproblematisch sein wird. Auch in städtebaulicher Hinsicht handelt es sich um einen Beitrag, der ohne Qualitätsverluste eine Nachverdichtung im Kontext der umliegenden Bestandsbebauung vertragen würde.

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